Uli Leinhos-Heinke

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Warum Fiat Barchetta?
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Update dieser Seite: 2018-03-18b

Meine Entscheidung für die Fiat Barchetta ist sowohl rational wie emotional begründet, auch nachdem ich vor allem nach dem zur HU 2016 angefallenen Reparaturbedarf sehr wohl noch einmal über Alternativen nachgedacht habe.

 

Das seinerseits sehr beliebte, aber seit mehreren Jahren nicht mehr produzierte Modell der Barchetta besitzt nämlich eine Reihe von besonderen Charakteristika, die zu Produktions- zeiten einerseits sowohl dem Stand der Technik als auch dem Publikumsgeschmack der Zielgruppe, andererseits den eher restriktiven ökonomischen Vorgaben des Herstellers entsprach.

Nach rund 20 Jahren seit der Einführung des Modells stellen sich diese Charakteristika aus Sicht heutiger Alltags-Roadster vom Mazda MX-5 über BMW Z4, Audi TT und Mercedes SLK/SLC bis Porsche Boxster (oder auch des neuen Fiat 124 Spider) usw. natürlich eher als zu belächelnde Schwächen dar.

Aber unter einem anderen Aspekt verwandeln sich diese Schwächen wiederum zu durchaus schätzenswerten Stärken, die diesem Auto inzwischen eine sehr stabile Fangemeinschaft schenken:

 

So würde eine Marketing-Abteilung wohl heute die Stärken der Barchetta beschreiben:

Die Barchetta von Fiat ist im, je nach Motorisierung, „mittleren sportlichen Bereich“ ange- siedelt: Sie verzichtet, noch ganz im Stile eines echten Spiders, im Gegensatz zu den meisten anderen aktuellen Roadstern auf luxuriösere Ausstattungsmerkmale wie ein automatisch schließendes Verdeck und die Vielzahl sonstiger inzwischen obligatorischer technischer und elektronischer Helfer, um einerseits Gewicht zu sparen und andererseits der in Zeiten der „fahrzeugtechnischen Aufrüstung“ wieder wachsenden Freude am „unverbauten puren Fahrspaß“ entgegenzukommen.

Durch das so auf nur 1.135 kg verringerte (Betriebs-) Gewicht gewährleistet ein klassischer, aber potenter 1,8- bis 2-Liter-4-Zylinder-Motor im PS-Bereich von 130 bis 180 (oder mehr) mit variierten Einlass-Steuerzeiten, aber Verzicht auf Turboaufladung das typische Roadster-Fahrgefühl mit einem geringen Leistungsgewicht von 11,8 bis unter 8,7 kg/kW (8,7 bis unter 6,4 kg/PS), vor allem in Kombination mit einem nach entsprechenden Modifikationen kompromisslos straßenverhafteten Fahrwerk, ohne dabei die für viele Käufer gerade in diesem Segment ebenso wichtige Alltags- tauglichkeit in Frage zu stellen.

Das vergleichsweise schmale Auto (bei trotzdem recht geräumigem Innenraum!) ermöglicht, vor allem in Kombination mit entsprechenden Modifikation des Fahrwerks, in Kurven eine gestrecktere Ideallinie, und das dadurch ermöglichte schnelle und wendige Durchfahren von Kurven vermittelt fast ein wenig Motorrad-Feeling. Trotz des für einen Roadster etwas unortho- doxen Frontantriebs besitzt die Barchetta eine sehr gut ausgewogene Straßenlage, selbst im Höchstgeschwindigkeitsbereich. Auf der anderen Seite wird dadurch ein gegenüber der Konkurrenz überraschend großer Kofferraum ermöglicht, der wiederum die Alltags- und Reisetauglichkeit entscheidend erhöht.

Das Motoren- und Fahrgeräusch ist ebenfalls in Zeiten von künstlichem „Klang-Management“ unverändert authentisch und ausschließlich motortechnisch erzeugt. Das sonore Summen in den unteren Drehzahlen sowie das deutlich vernehmbare, aber dennoch angenehme Brummen beim Beschleunigen über 4.000 rpm bis immerhin 7.150 rpm vermittelt unverstellten Spaß an einem klassischen und „ehrlichen“ Vierzylinder-Reihen-Saugmotor, den man hört und mit dem „Popometer“ spürt.

Stilistisch orientiert sich die Barchetta ebenfalls an klassischen Roadstern wie Triumph oder MG und der „Formensprache“ der 60-er und frühen 70-er Jahre. Interessanterweise war diese Formgebung schon in der Vergangenheit den früheren Porsche-Boxster-Modellen trotz der schmaleren Spur und Karosserie von Weitem zum Verwechseln ähnlich.

Die dabei im Vergleich zu anderen aktuellen Roadstern recht tiefe Türenoberkante und die dadurch noch einmal erhöhte „Frischluftzufuhr“ steigern das Roadster-Cabrio-Gefühl, „im Freien“ zu sitzen - ein echter Genuss für alle, die das mögen!

 

Insgesamt steht die Barchetta damit irgendwo in der Lücke zwischen der an Marktanteilen gerinnenden Konkurrenz von Mazda mit dem neuen MX-5) und dem Potential puristischer Käufer etwa einer offenen Lotus Elise, während die aktuelle konzerneigene „moderne“ Neuauflage des "Fiat 124 Spider" (die bezeichnenderweise mit dem neuen MX-5 zusammen entwickelt wurde) stilistisch wie technisch eine deutlich andere Zielgruppe anspricht.

Da die Barchetta schon seit Längerem in der Werkstattversorgung von Fiat nur noch als kaum Gewinn abwerfendes Nischenmodell gesehen wird, macht die Ersatzteilversorgung nicht einfacher - auch deswegen ist und wird es desto wichtiger, dass dieses Auto eher puristisch und insofern vergleichsweise leicht reparierbar und modifizierbar ist - wenn man/frau entweder selbst über das nötige Know-How und Werkzeug verfügt - oder sich an die Barchetta-Spezialistinnen und -spezialisten in der „Szene“ wendet, von denen es, da es sich eben doch schon ein wenig um ein „Kultauto“ handelt, einige sehr kompetente und zuverlässige gibt!


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